Zahlungsbereitschaft

Preise von Produkten und Dienstleistungen sind ein wichtiger Indikator für den Wert den eine Gesellschaft diesen Gütern zuordnet. Im Bereich des Energiesystems schreitet die Entwicklung von Technologien und Dienstleistungen jedoch so rasch voran, dass sich am Markt noch kein Preis für diese Neuerungen bilden konnte.
Zusätzlich gibt es im Energiesystem Güter die auf Grund ihrer Struktur nicht am Markt gehandelt werden können und für die es deshalb auch keine Preisbildung am Markt gibt. Trotzdem ist es häufig für politische Entscheidungsprozesse wichtig, gerade für diese Güter den Wert zu kennen, den ihnen die Gesellschaft beimisst. Ein Beispiel für ein solches Gut ist etwa die Zuverlässigkeit der Elektrizitätsversorgung: welchen Wert hat es etwa für die österreichische Gesellschaft, dass der Strom durchschnittlich nur einmal pro Jahr für weniger als eine Stunde ausfällt, während in anderen Ländern viel häufiger mit Stromausfällen zu rechnen ist?
Das Energieinstitut an der JKU Linz wendet zur Unterstützung von Unternehmen bei der Preisgestaltung neuer Produkte und Dienst-leistungen, sowie zur Bestimmung des Wertes von sogenannten öffent-lichen Gütern für die Gesellschaft die Methode der Zahlungs-bereitschaftsanalyse an. Diese Methode setzt direkt beim Endkunden an, und beobachtet das Verhalten von Konsumenten in simulierten Kaufentscheidungen. Das Energieinstitut hat diese Methodik bisher mit etwa 10.000 Haushalten aus allen EU-27 Statten durchgeführt und entwickelt sie stetig weiter. Dabei werden die simulierten Kaufent-scheidungen je nach Fragestellung und budgetären Möglichkeiten sowohl im persönlichen Gespräch Vor-Ort bei den Konsumenten durchgeführt, aber auch telefonisch oder online.

Ihre Ansprechperson: Dr. Johannes Reichl